In einem weiteren Fortsetzungstermin unserer »Vorstöße der Philosophie« bringen Ihnen Mechthild Geisbe und Jürgen Kippenhan das postmoderne Denken Michel Foucaults näher:
»Alternative Fakten«, digitale Echokammern und autoritäre Tendenzen prägen zunehmend unsere Gegenwart. Nicht selten wird dabei der Postmoderne vorgeworfen, mit ihrer Kritik an universellen Wahrheiten den Boden für Relativismus und das „postfaktische Zeitalter“ bereitet zu haben.
Doch trifft dieser Vorwurf tatsächlich zu?
Der Vortrag geht dieser Frage am Beispiel Michel Foucaults nach. Im Zentrum steht seine Analyse des Subjekts: Wie werden unsere Wahrnehmungen, Überzeugungen und Handlungsspielräume durch historische, gesellschaftliche und sprachliche Strukturen geprägt? Und wie lässt sich unter diesen Bedingungen Freiheit denken?
Entgegen verbreiteten Missverständnissen erscheint Foucault nicht als Vordenker beliebiger Wahrheiten, sondern als Philosoph radikaler Kritik. Seine Forderung, die Bedingungen unseres Denkens und Handelns immer wieder zu hinterfragen, knüpft überraschend an das Erbe der Aufklärung an. Kritik wird zur Praxis der Mündigkeit – und vielleicht zu einer Ressource, die wir gerade heute dringend benötigen.
Der Abend lädt dazu ein, die Postmoderne jenseits gängiger Klischees neu zu entdecken und ihr kritisches Potenzial für die Herausforderungen unserer Zeit auszuloten.
Abendvortrag und -gespräch
Dienstag, 22.09.2026
19:00 Uhr im LOGOI
Eintritt frei!