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Philosophischer Salon mit Dieter Hans und Jürgen Kippenhan über Susan Sontag

  • LOGOI Institut für Philosophie und Diskurs 25a Jakobstraße 52064 Aachen Deutschland (Karte)

Susan Sontag galt als wichtige öffentliche Intellektuelle, die als Philosophin , Schriftstellerin, Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin moralische Fragen ihrer Zeit unbeirrt ansprach.  Als sie am 28. Dezember 2004 im Alter von 71 Jahren an Leukämie starb, hatte sie über 30 Jahre gegen den Krebs gekämpft.

Bekannt ist sie vor allem für ihre Essays über moderne Kultur, Fotografie, Krankheit und Ästhetik, wie beispielsweise "Über Fotografie", "Krankheit als Metapher" und "Das Leiden anderer betrachten".

Dieter Hans und Jürgen Kippenhan sprechen über Leben und Werk einer der bedeutendsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts:

»Wie wir die Welt erfahren, gewinnen wir nicht zuletzt aus Erzählungen. Zu diesen gehören auch Romane. Sie führen uns die Dramaturgien unseres Lebens vor. So auch in Susan Sontags Roman „Der Liebhaber des Vulkans“. Er führt uns zurück in die Zeit der französischen Revolution und könnte - mit leichten Abwandlungen - mit all seinen Grotesken und Bedrohlichkeiten auch heute spielen. Kurz gesagt: Wir erkennen alles wieder und stehen im Bann dessen, was hervorzubrechen droht. Wie entfernt auch immer, wir finden uns am Rande des Vulkans. D.h. wir sollten gefasst sein, denn: es rumort! Oder so: ´Capri liegt im Meer, deutlich in Sichtweite des Vesuv und der Berg brennt und brennt und brennt …´«

Susan Sontag gehört zu den schillernden Figuren der Literatur des zurückliegenden Jahrhunderts. Sie tritt auf als Schriftstellerin, Essayistin, Kulturkritikerin, öffentliche Intellektuelle und politische Akteurin. Beneidenswert solche Zeiten, in denen Intellektuelle wie Susan Sontag uns so in den Bann ziehen konnten!

Jürgen Kippenhan

Welthunger / Kunst / Verantwortungen

»In ihrem Oeuvre kreist Susan Sontag in Essays, cineastischer Initiative und Romanen um. Faustisch gesagt, was die Welt und uns zusammenhält: unsere Bilderfress-Sucht vermittelst der Fotografie, um den Sammlertrieb des Aufklärers, Weltausbuddlers- und Erhalters, Archäologen und britischen Botschafters Charles Hamilton in der Lava des Vesuvs; um unsere jeweilige Zeitzeugenschaft als Produzenten und Konsumenten von Fotografien (es gibt wohl nicht viele aufdringlichere Themen angesichts des demnächst 200. Geburtstags der Fotografie und inmitten der obsessiven Myriaden von Handy / Selfie / Kunstfotos).

Unsre Lesung schöpft aus den Essays über Fotografie, dem Roman »Liebhaber des Vulkans«, dem Kunstessay über den Kriegsprotokollant Francisco Goya in der Provokation »Regarding the Pain of Others.« Wirklich nicht zu vergessen: Der politisch unkorrekte, Künstlern und- /innen aus der Seele sprechende Aufsatz ´Against Interpretation´«.

Dieter Hans

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.