Philosophischer Salon mit Jean-Philippe Ernst

22. Mai 2011: »Normal«, »anders«, »irre« oder »krank« – Kontroverse philosophische Fragen in Psychiatrie und Psychotherapie

Auch wenn sich die Psychiatrie in ihrem Selbstverständnis und in ihren Methoden zunehmend mehr zu einer »naturwissenschaftlichen« Disziplin entwickelt, ist ihre Nähe zu geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen unverkennbar. »Existieren« psychische Erkrankungen überhaupt, und wenn ja, in welchem Sinne? Welche gesellschaftlichen Funktionen erfüllen Psychiatrie und Psychotherapie? Darf die Medizin Menschen am Suizid hindern, und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Der Vortrag versucht, einige dieser Fragen zu beleuchten und gängige Positionen vorzustellen.

Jean-Philippe Ernst hat in Aachen Medizin und Philosophie studiert. Anschließend arbeitete er zwei Jahre lang als Assistenzarzt in der Psychiatrie und ist seit 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin in Aachen. In seiner Arbeit beschäftigt er sich hauptsächlich mit ethischen und medizintheoretischen Fragestellungen in der Psychiatrie, mit der Geschichte von Psychiatrie und Psychotherapie sowie der Stigmatisierung psychischer Störungen.