Philosophischer Salon mit Andreas Eckl

3. Oktober 2010, 12:00 Uhr: Prof. Dr. Andreas Eckl: »Zuflucht zu den Logoi« Platon — wie man mit Begriffen begreifen kann

Halten wir uns an die Logoi.

Im Dialog »Phaidon« lässt Platon seinen Sokrates berichten, dass er nach einigen Erfahrungen mit den großen Fragen der Philosophie (nach dem Grund aller Dinge)und mit den groß(spurig)en Antworten mancher Philosophen gelernt habe, seine »Zuflucht zu den Logoi« zu nehmen, d.h. sich an die kleinere Form der Gedanken und Begriffe zu halten. Die Gedanken und Begriffe geben zwar nicht immer zuverlässig die Wahrheit über die Dinge zu erkennen, dafür aber sind sie auch der kritischen Korrektur fähig. Nach der Entscheidung für sie steht der Weg zur kritisch kontrollierten Konstruktion von Theorien über alles Sein und alles Seiende offen. Die »Arbeit am Begriff« ist Arbeit an der Begründung, und auch diese geschieht im Medium der Logoi.

Andreas Eckl ist außerplanmäßiger Professor am Institut für Philosophie der Universität Bonn. Im Dezember erscheint sein Buch zu Platons Dialog »Der Sophist« als zweiter Teil von »Sprache und Logik bei Platon«.